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Rechte Landnahme (ReLa)

Umweltschutz von rechts: Wie und wo passiert es und was können Umweltverbände gegen rechtsextreme und rechtspopulistische Vereinnahmungen tun? (ReLa)

Adressat*innen und Ziele des Projekts

Das Projekt wendet sich gegen die Vereinnahmung von Umweltschutz durch rechtsextreme und rechtspopulistische Akteure und die damit verbundenen Gefahren für den Umweltschutz.

Es richtet sich insbesondere an Vertreter*innen von Umwelt- und Naturschutzverbänden (Erwachsenen- und Jugendverbände), die durch rechte Ideologien und Positionen in ihren Aktivitäten behindert werden, deren Engagement von Vereinnahmung durch rechts bedroht wird bzw. die damit konfrontiert sind, dass nachhaltigkeits- und umweltpolitisch Interessierte ggf. dadurch von einem aktiven Umweltschutzengagement abgeschreckt werden.

Das Projekt zielt entsprechend auf Aufklärung, Sensibilisierung und Weiterbildung für Umweltakteure als Gegenstrategie zu Radikalisierung und rechtsextremer sowie rechtspopulistischer Einflussnahme im Bereich von Ökologie und Umweltschutz. Adressiert werden Jugendverbandsvertreter*innen (in Kooperation mit Mitarbeiter*innen von FARN, der Fachstelle für Radikalisierungsprävention im Naturschutz der NaturFreunde) und Vertreter*innen von Umweltverbänden auf der Landes- und Kreisebene, sowohl mit Blick auf deren eigene Aufklärung zu dieser Problematik als auch bezogen auf ihre Interaktion mit und aktive Einbindung von interessierten Mitbürger*innen.

Geplante Aktivitäten

  1. Erstellung eines Informationsfolders: In Form einer Sekundäranalyse wird eine kondensierte Zusammenstellung von wesentlichen Kenntnissen und Hintergründen über Vereinnahmungsstrategien von Akteuren aus dem rechtsextremistischen/ rechtspopulistischen Spektrum aus bereits durchgeführten Medienanalysen und Ausarbeitungen erfolgen.
  2. Befragung: Mitglieder und Vertreter*innen von Umweltverbänden (aller im DNR organisierten Vereine) werden über eine Online-Anfrage zu ihren Erfahrungen mit rechter Vereinnahmung befragt. Aufbauend darauf werden ausgewählte Telefoninterviews mit max. 10 Verbandsvertreter*innen, die über konkrete Erlebnisse berichten können, geführt.
  3. Erarbeitung von Gegenstrategien: Gemeinsam mit der Partnerorganisation FARN, ausgewählten Umweltverbandsvertreter*innen werden in einem Workshop mit ca. 10 Personen Gegenstrategien zum Umgang mit Vereinnahmung von rechts/ rechtspopulistischen Übergriffen und zur Weiterverbreitung zusammengestellt und als Handreichung veröffentlicht.
  4. Verbreitung in der Umweltszene: Die Ergebnisse aus der Befragung und die erarbeiteten Gegenstrategien werden in einem niederschwelligen Kommunikationsformat mit Mitgliedern und Vertreter*innen von ausgewählten Umweltverbänden– insbesondere in Städten und Landkreisen, wo sich Betroffenheiten häufen – diskutiert und evaluatorisch protokolliert.

Ergebnisse der Online-Befragung

Ziel der Befragung war es einerseits, für die Umwelt- und Naturverbandsarbeit eine Informationsbasis darüber zu liefern, ob und wie rechte Akteur*innen Themen im Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich aufgreifen, andererseits die von den Vereinen und Verbänden bereits entwickeltenten Gegenstrategien zu erheben sowie Unterstüztungsbedarfe zu ermitteln. Vor allem im Zusammenhang mit Themen aus dem Ökolandbau, dem Umwelt- und Naturschutz oder der Klimakrise werden Begegnungen mit rechten Ideologien erwähnt. Dabei werden vor allem Privatpersonen aber auch Vereinsbmitglieder oder vereinzelt Mitarbeiter*innen der Behörden als Akteure genannt, die bei Veranstaltungen oder über die Sozialen Medien durch Äußerungen rechter Ideologien aufgefallen sind. Von gezielten Kontaktaufnahmen wurde dagegen kaum berichtet. Die Diskussionskultur  zum Umgang mit rechten Ideologien war in den meisten Vereinen und Verbänden bisher aufgrund fehlender konkreter Anlässe eher weniger ausgeprägt, nur einige Rückmeldungen schildern konkrete Maßnahmen im Umgang mit rechten Ideologien. Nun gewinnt das Thema an Bedeutung und viele der Vereine und Verbände wünschen sich Unterstützung, auch durch konkrete Handlungsempfehlungen.

Handreichung

Online-Studie

Strategiepapier

Bitte beachten Sie auch die Veranstaltung im Rahmen der Wandelwoche 2019.

Interessierte können sich gerne an info@diversu.org wenden.

Projektlaufzeit: 01.07.2019 bis 28.02.2020

Förderhinweis

Dieses Projekt wurde gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autor*innen.