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Naturgestaltung, Care und Transkulturalität

Gesellschaftliche Modelle zum Umgang mit Natur beinhalten die für das gesellschaftliche Ordnungssystem gültigen Werthaltungen, Einstellungen und Machtrelationen. Ob Natur als lebendiger Organismus betrachtet wird und der Mensch sich selbst als integrativer Teil desselben sieht oder ob die Natur als dem rationalen Subjekt Menschen Gegenüberstehendes, zu kontrollierendes und analysierendes Objekt, als rein funktionales System aus Stoff- und Energieflüssen verstanden wird, impliziert unterschiedliche Regulationsweisen. Naturverständnisse und Konzepte zum Naturmanagement sind mit Geschlechterverhältnissen, Vorstellungen von Weiblichkeit/Männlichkeit und normierter sexueller Orientierung grundsätzlich verwoben. Verschiedene Geschlechterforschungsbereiche haben zentrale Erkenntnisse hervorgebracht. Herausgearbeitet wurde beispielsweise, wie die Konstruktion von Frauen und Weiblichkeit über die Bezugnahme auf Natur erfolgt und dazu jeweils beitragen das „weiblich“ Konnotierte oder eben „die Natur“ abzuwerten, zu diskriminieren, auszubeuten oder auszugrenzen.

Das Forschungsinteresse von diversu e.V. richtet sich zum einen auf Fragen nach den Herrschaftszusammenhängen zwischen gesellschaftlichen Geschlechter- und Naturverhältnissen und deren Wirkungen auf Menschen und Naturgegenstände/-prozesse in der konkreten Naturgestaltungspraxis (z.B. in der Waldwirtschaft, im Naturschutz, in der Landwirtschaft, in der Grünraumnutzung in Land und Stadt). Zum anderen stehen theoretische Überlegungen zur Naturgestaltung im Vordergrund, die sich an alternativen Konzepten der feministischen Ökonomik und Ethik orientieren wie beispielsweise an Care/ Vorsorge. Insbesondere geht es dabei um die Frage nach dem Transformationspotenzial solcher alternativen Ansätze für eine nachhaltigkeitsorientierte Gesellschaft.

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