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Demokratisierung & soziale Bewegung

Neues Projekt gestartet!
Im Juli 2019 hat diversu mit dem Projekt “Rechte Landnahme – Umweltschutz von rechts: Wie und wo passiert es und was können Umweltverbände gegen rechtsextreme und rechtspopulistische Vereinnahmungen tun? (ReLa)” begonnen. Das Projekt wendet sich gegen die Vereinnahmung von Umweltschutz durch rechtsextreme und rechtspopulistische Akteure und die damit verbundenen Gefahren für den Umweltschutz. Es richtet sich insbesondere an Vertreter*innen von Umwelt- und Naturschutzverbänden (Erwachsenen- und Jugendverbände), die durch rechte Ideologien und Positionen in ihren Aktivitäten behindert werden, deren Engagement von Vereinnahmung durch rechts bedroht wird bzw. die damit konfrontiert sind, dass nachhaltigkeits- und umweltpolitisch Interessierte ggf. dadurch von einem aktiven Umweltschutzengagement abgeschreckt werden. Das Projekt zielt entsprechend auf Aufklärung, Sensibilisierung und Weiterbildung für Umweltakteure als Gegenstrategie zu Radikalisierung und rechtsextremen sowie rechtspopulistischen Einflussnahmen im Bereich von Ökologie und Umweltschutz.

Die sozial-ökologische Krise wird von diversu e.V. auch als Krise der Demokratie verstanden. Ob eine Transformation in Richtung Nachhaltigkeit Erfolg haben wird, hängt auch davon ab, ob eine Demokratisierung der Demokratie gelingt. Im Kern geht es um den Wandel von einer Externalisierungsdemokratie hin zu einer vor_sorgenden Demokratie.
Die zahlreichen offenen Fragen, die die noch relativ junge Debatte um die Demokratisierung gesellschaftlicher Naturverhältnisse prägen, beschäftigen auch diversu e.V.:

  • Wie lassen sich der Zugang zur Nutzung von sowie die Kontrolle über Natur und Ressourcen demokratisch organisieren?
  • Welches System- und Transformationswissen fehlt für den Wandel von Externalisierungsdemokratien zu vor_sorgenden Demokratien, die Care – und damit das Sorgen für sich, für andere, für Natur und auch für Demokratie und Gerechtigkeit – ins Zentrum des politischen Gemeinwesens rücken?
  • Wie lässt sich das Verhältnis von Gesellschaft zu Natur selbst weniger herrschaftsförmig gestalten?
  • Welche neuen demokratischen Institutionen, Organisationsformen und -prozesse braucht es, um kollektiv über Fragen zu entscheiden, was zu welchem Zweck und unter Inkaufnahme welcher sozialen und ökologischen Kosten wie und von wem produziert wird?
  • Wo gibt es bereits solche existierenden Formen der sozial-ökologischen demokratischen Selbstorganisation und -steuerung? Was war nötig für ihre Realisierung und durch welche (neuen) politischen Institutionen werden sie abgesichert?

Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen und das Suchen nach Antworten findet schon an verschiedenen Stellen statt – insbesondere dort, wo an der Schnittstelle zu und mit zivilgesellschaftlichen Akteuren geforscht wird, etwa für mehr Klimagerechtigkeit und Energiedemokratie oder für eine Demokratisierung der Forschungspolitik. Eine demokratische Gestaltung gesellschaftlicher Naturverhältnisse ist nicht nur auf dialogische und kooperative Politikformen angewiesen, sondern auch auf Widerstand und die Bildung von Gegenmacht. Entsprechend nimmt diversu e.V. die Erfahrungen aus den politischen Auseinandersetzungen – etwa um Agro-Gentechnik oder Atomenergie – bei der Suche nach Alternativen auf.

Mitglieder von diversu veröffentlichen und halten Vorträge zu diesem Themenkomplex und stehen für Forschungskooperationen zur Verfügung.